Unterzeichner

Alexander Umbricht (GLP) Michael Haueter (GLP)

Fragen an den Stadtrat

1 Wie gross sind grob abgeschätzt die Energieersparnisse, die sich aus einer geschickten Kombination der Kälte- und Wärmeproduktion KEBA/Hallenbad ergeben würden?
2 Wurde in Betracht gezogen, die KEBA neben dem Hallenbad oder umgekehrt zu platzieren? Evtl. auch an einem neuen Standort?
3 Wenn ja, warum hat man die Idee nicht weiterverfolgt?
4 Wenn nein, warum nicht und wird dies nachgeholt?
5 Kennt man Standorte, an denen es möglich wäre KEBA und Hallenbad nebeneinander zu platzieren? Welche?
6 Wurde das Gespräch mit dem Kanton als Eigentümer des Hallenbades betreffend einer (energetischen) Kombination KEBA/Hallenbad gesucht?
7 Wenn ja, zu welchen Ergebnissen führten die Gespräche bzw. auf welchen Standpunkt stellt sich der Kanton?

Begründung

«Heute ist niemand mehr so blöd und baut Kunsteisbahn und Hallenbad nicht direkt nebeneinander. Hier haben wir den energetischen und finanziellen Idealfall: Die Abwärme aus der Kälteerzeugung bei der Kunsteisbahn fällt direkt als Nutzwärme für das Hallenbad an.»

Der Dozent, der in einer Vorlesung namens «Energietechnik und Umwelt» vor ein paar Wochen an der ETH in Zürich die einleitende Aussage gemacht hat, kennt anscheinend die Aarauer Verhältnisse nicht und verweist wohl eher auf clevere Beispiele wie das folgende aus Davos:

Mit der zurückgewonnen Abwärme aus der Kälteproduktion der Kunsteisbahn Davos von rund 1 300 MWh/a können jährlich rund 130 000 l Heizöl bzw. rund 105 000 CHF bei der Heizung eines Hallenbades gespart werden[3]. Zusätzlich wird der Ausstoss von CO2 jedes Jahr um etwa 300 t reduziert. Diese Reduktion wiederum lässt sich im Zeitraum 2008 bis 2012 für 160 000 CHF in der Form von CO2-Zertifikaten an die Stiftung Klimarappen verkaufen.[4, 6] Energiesparen und finanzielle Vorteile gehen hier Hand in Hand.

Aarau als Energiestadt mit dem erklärten Legislaturziel «… Vorbild im Bereich von Gebäudesanierungen und Energieversorgung der eigenen Bauten …»[2] zu sein und mit dem wichtigen Anspruch einer nachhaltigen Finanzpolitik[1] müsste unserer Ansicht nach an ähnlichen Lösungen interessiert sein.

Zufälligerweise steht nun in Aarau die Gesamterneuerung der KEBA bevor[2] und gleichzeitig wird die Sanierung und Erweiterung oder ein Ersatzneubau des Hallenbades Telli geprüft[5]. Somit wäre jetzt der richtige Zeitpunkt (wenn man ihn nicht schon verpasst hat), sich entsprechende Gedanken zu machen und diese in die Planung einfliessen zu lassen.

Falls dies geschehen ist, haben wir es leider nicht bemerkt. Vermutlich (hoffentlich) aber gibt es in Aarau gute und überzeugende Gründe, warum ein einfach realisierbares und gelichzeitig grosses Energiesparpotenzial ungenutzt bleibt. Diese Gründe interessieren uns, deshalb stellen wir folgende Fragen an den Stadtrat:

Quellen

  1. Politikplan 2009-2013, Apr. 2009.
  2. Legislaturziele 2010-2013 des Stadtrates, Mar. 2010. URL http://www.aarau.ch/documents/Legislaturziele_2010_2013.pdf.
  3. Bundesamt für Statistik. LIK, Durchschnittspreise für typische Bezugsmengen Heizöl, Monatswerte. online, 2010. URL http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/05/02/blank/key/durchschnittspreise.Document.89650.xls. Durchschnittspreise März 2010 für Mengen über 20000 l.
  4. K. Serafimova. Warmes Schwimmbad, kalte Eisbahn. online, Feb. 2008. URL http://www.ch-forschung.ch/index.php?artid=301.
  5. Stadtrat. Bericht und Antrag an den Einwohnerrat – Erneuerung Freibad Schachen; Baukredit. Botschaft GV 2010 - 2013 /45, Stadt Aarau, Apr. 2010. URL http://www.aarau.ch/documents/10_45_Baukredit_Freibad_Schachen.pdf.
  6. Stiftung Klimarappen. Wärme aus der Hockey-Arena. online, 2009. URL http://klimarappen.ch/de/projekte/inland/abwaermenutzung/detail/waerme-aus-der-hockey-arena/info.pdf.

Thema: Energie und Klima