Unterzeichner

Alexander Umbricht (GLP) Gabriela Suter (SP) Micha Siegrist (Grüne)

Fragen an den Stadtrat

1 Wie weit kann/will der Stadtrat im Verwaltungsrat der IBAarau AG Einfluss auf die strategische Ausrichtung nehmen, speziell auch im Hinblick auf ökologische Fragen?
2 Wie stellt sich der Stadtrat zu einer allfälligen (indirekten) Beteiligung der IBAarau AG an Kohlekraftwerken?
3 Die IBAarau AG als wichtigster Energielieferant in Aarau hat u. a. über den Strommix einen entscheidenden Einfluss auf die Umweltbilanz der Stadt (z. B. CO2-Ausstoss). Zudem ist Aarau Energiestadt. In Anbetracht dessen: Hat der Stadtrat ein Konzept bzw. eine Vorstellung, wie sich die IBAarau AG im liberalisierten Energiemarkt positionieren soll?

Begründung

Gemäss Presseartikeln (1) zeigt die IBAarau AG Interesse, zusammen mit der Repower AG eine Produktionsbeteiligungsgesellschaft zu gründen. Dadurch soll sich die IBAarau an einem grossen Kraftwerkspark beteiligen können und besser für die Strommarktliberalisierung gerüstet sein. Die IBAarau AG wäre einer von mehreren Minderheitsaktionären, die Repower AG der Mehrheitsaktionär.

Der von der Repower AG mitprojektierte1 Kraftwerkspark umfasst nebst drei Wasserkraft- und einem Windparkprojekt zwei grosse Kohlekraftwerke (2). In Brunsbüttel, Schleswig-Holstein, ist ein 1.8 GW Steinkohlekraftwerk (3) und in der Saline Joniche in Kalabrien ein 1.32 GW Steinkohlekraftwerk (4) geplant. Zusammengenommen ist die projektierte Leistung der beiden Kraftwerke vergleichbar mit der kumulierten Leistung aller Schweizer Atomkraftwerke (5), der CO2-Ausstoss entspräche mehr als 40 % der Schweizer CO2-Emissionen (6).

Die Stadt Aarau als Mehrheitsaktionärin der IBAarau AG steht in der strategischen Verantwortung und ist mit dem Stadtamman und einem Stadtrat prominent im Verwaltungsrat vertreten. Deshalb stellen sich uns folgende Fragen:

Literaturverzeichnis

  1. Repower AG. Medienmitteilungen. REPOWER. [Online] 19. Dezember 2010. [Zitat vom: 30. Dezember 2010.] http://www.repower.com/de/ch/raetia-energie-gruppe/medien/medienmitteilungen/detailmedienmitteilung/article/repower-entwickelt-innovatives-beteiligungsmodell-fuer-kleine-und-mittlere-energieversorgungsunterne/?tx_ttnews[backPid]=1616&cHash=3b54b673f4bfb30.
  2. —. Projekte. REPOWER. [Online] 2010. [Zitat vom: 30. Dezember 2010.] http://www.repower.com/de/ch/anlagen/projekte/.
  3. —. Kohlekraftwerk Brunsbüttel. REPOWER. [Online] 2010. [Zitat vom: 30. Dezember 2010.] http://www.repower.com/de/group/anlagen/projekte/kohlekraftwerk-brunsbuettel/.
  4. —. Kohlekraftwerk Saline Joniche. REPOWER. [Online] 2010. [Zitat vom: 30. Dezember 2010.] http://www.repower.com/de/group/anlagen/projekte/kohlekraftwerk-saline-joniche/.
  5. Wikipedia. Liste der Kernkraftwerke. Wikipedia. [Online] 13. November 2010. [Zitat vom: 30. Dezember 2010.] https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/w/index.php?title=Liste_der_Kernkraftwerke&oldid=81459999#Schweiz.
  6. Mathis, Thomas. Kohlestrom für alle? ee-news. [Online] 21. Dezember 2010. [Zitat vom: 30. Dezember 2010.] http://www.ee-news.ch/de/erneuerbare/article/21243/kohlestrom-fuer-alle.

  1. Grosskraftwerke werden in der Regel von mehreren Firmen gemeinsam projektiert, finanziert und betrieben. ↩︎

Thema: Energie und Klima und Finanzen und Beteiligungen