Unterzeichner

Alexander Umbricht (GLP)

Antrag

→ Das Geschäft betreffend der «Totalerneuerung der Kunsteisbahn Region Aarau (KEBA) sowie Neubau von Fussballgarderoben und Anpassung von Trainingsfeldern; Baukredite» ist an den Stadtrat zurückzuweisen.

Begründung

Bei der KEBA handelt es sich um eine grosse Investition im Sportbereich. Noch fehlen aber das lange versprochene Sportkonzept und dazugehörig das Gemeindesportanlagenkonzept (GESAK) um diese Investitionen richtig einordnen zu können.

Da aber gemäss Protokoll der letzten Sachkommissionssitzung bereits «ein ausführliches Sportkonzept entstanden» ist, welches «demnächst im Stadtrat diskutiert wird» und zudem «eine entsprechende Botschaft an den Einwohnerrat folgt», ist es nicht verantwortungsvoll wenige Wochen vor der Präsentation des Sportkonzeptes inkl. GESAK derart grosse Investitionen in die Sportinfrastruktur zu bewilligen.

Für die Fraktion Pro Aarau – EVP/EW – Grünliberale

Votum im Rat

Rückweisungsantrag

Gut Ding will Weile haben

Werte Ratsmitglieder

Dass die KEBA für viele Leute, speziell für Kinder und Jugendliche aus der Region und aus der Stadt eine «sinnvolle» Beschäftigung ermöglicht ist unumstritten. Auch gibt es keine Zweifel, dass die jetzige Anlage mehr als baufällig ist und so nicht mehr lang weiterbetrieben werden kann. Es muss etwas gehen.

Soviel zum «Gut Ding». Mit dem zweiten Teil von «Gut Ding will Weile haben» sieht es für Teile der Fraktion Pro Aarau – EVP/EW – Grünliberale etwas anders aus:

  • Zum Ersten wissen wir jetzt aus dem Protokoll der letzten Sitzung der Sachkommission, dass das Sportkonzept inkl. Gemeindesportanlagenkonzept (GESAK) in Kürze präsentiert wird. Dazu zitiere ich was das eigentlich ist: «Das GESAK Aarau/Rohr ist ein Planungsinstrument zur Lenkung der zukünftigen Entwicklung des Bewegungsraums und der Sportanlagen.» Somit planen wir heute eine Ausgabe über einen zweistelligen Millionenbetrag, ohne das zugehörige Planungsinstrument zu kennen, welches aber in Kürze vorhanden ist. Gleiches gilt natürlich in doppelter Weise, da wir voraussichtlich im März bereits wieder über eine Millioneninvestition in eine Sportanlage entscheiden werden. Aus meiner Sicht ist nur begrenzt verantwortungsvoll im wahrsten Sinne des Wortes konzeptlos über so grosse Investitionen zu bestimmen. Vor allem wenn das Konzept im Prinzip bereits vorhanden ist.

  • Zum Zweiten hat mich das aufliegende Projekt bislang nicht genügend überzeugen können. Das liegt unter anderem auch an den einsehbaren Akten.

  • Beispiel 1: Standort: Keine Angst, ich habe es begriffen, der Standort wurde seriös abgeklärt. Doch zumindest ich finde in der Auflage die dazugehörigen Unterlagen nicht, die auch mir – und ich bin halt ab und zu ein wenig Begriffsstutzig – endlich ermöglichen würden, einzusehen, warum der alte Standort grad auch wieder der neue sein muss. Ich würde es gerne verstehen, kann es aber nicht.

  • Beispiel 2: In den Plänen sind die Fussballfelder knapp nicht Wettkampftauglich eingezeichnet, in anderen Akten werden sie hingegen als Wettkampftauglich ausgewiesen. Was stimmt jetzt?

  • Beispiel 3: Wieder dem Protokoll der Sachkommission glaubend, stelle ich fest, dass es nur eine Kühllösung – nämlich Glykol im Sekundärkreislauf – gibt, die in der Schweiz verwendet wird. Die Herstellerfirma bestätigt telefonisch aber sofort und gerne, dass auch mit CO2 gekühlt werden könnte. Natürlich wären in dem Fall die Investitionskosten höher, da CO2 andere Anforderungen an die Leitungen stellt. Dafür würden sich 30 Jahre lang 15 % bis 20 % der Energiekosten sparen lassen. Energie im Wert von mehreren 100 000 CHF. Hier, wie nebenbei bemerkt in allen Bauprojekten, wären die Lebenszykluskosten von Interesse. Erst diese ermöglichen eine wirkliche Beuteilung. Bloss weil etwas jetzt billiger ist, muss es noch lange nicht die finanziell günstigste Variante sein. Leider findet sich auch dazu, soweit ich gesehen habe, nichts in der Aktenauflage.

  • Die vorhandenen Akten lassen im Verhältnis zu den anstehenden Kosten zu viele entscheidende Fragen offen. Hier gilt es aus meiner Sicht nachzubessern. Dann werde ich vielleicht auch überzeugt vom jetzigen Projekt sein. Schöne Bilder in schönen Broschüren reichen dazu noch nicht.

  • Zum Dritten: Mit der Eile bzw. der Weile ist es so eine Sache. In den Unterlagen wird klar herausgestrichen, dass die Entscheidung drängt, da ansonsten während einer oder mehrerer Saisons der Betrieb der KEBA nicht möglich ist. Ganz ehrlich, ich glaube die Mehrheit des Einwohnerrates wäre auch schon vor einem halben Jahr bereit gewesen, sich zur KEBA-Vorlage zu äussern, und nicht erst wenn die Zeit drängt. Aber dann ist die Vorlage noch nicht fertig gewesen. Jetzt wegen des zeitlichen Druckes, den schwarzen Peter dem Einwohnerrat zuschieben, finde ich nicht ganz fair. Denn: Gut Ding will Weile haben.

    Zudem steht in der Vorlage bezüglich der Zeit: «Für den Stadtrat ist es selbstverständlich, dass die Totalerneuerung nur in Angriff genommen wird, wenn mindestens die Gemeinden Buchs und Suhr ihren Kreditanteilen vollumfänglich zustimmen.» Beide angesprochenen Gemeinden entscheiden erst Ende Juni. Wenn man dann noch alle nötigen Fristen miteinberechnet, ist es nicht mehr entscheidend, dass die Vorlage in Aarau erst im Oktober den Bürgerinnen und Bürgern vorgelegt würde. Die Zeitverzögerung ist minimal. Aber bis dann sollten sowohl das GESAK vorhanden sein, als könnten auch die Unterlagen nachgebessert werden.

Ich wiederhole, mit fehlendem Sportkonzept bzw. GESAK, mit hohen Kosten, mit inhaltlichen Fragezeichen, bzw. einer verbesserungsfähigen Aktenauflage bleiben zu viele Zweifel, als dass ein Teil der Fraktion Pro Aarau – EVP/EW – Grünliberale inkl. Mir das Projekt so wie es vorliegt behandeln möchten, ergo dieser Rückweisungsantrag. Stimmen sie der Rückweisung zu und schaffen sie die Möglichkeit, um wichtige Zweifel ausräumen und das ganze Projekt richtig einordnen zu können.

Herzlichen Dank

Bemerkungen

Anscheinend nicht: Gut Ding will Weile haben, sondern in der Kürze liegt die Würze

Werte Ratsmitglieder

Ich versuche mich daran zu halten. Deshalb folgende Punkte

  • Fussballfelder: Wenn die Mehrkosten nur gering sind, sollten sie für alle Fälle grad in einer Grösse gebaut werden, damit sie Wettkampftauglich sind
  • Kühlsystem: Wir wünschten uns, dass nicht nur die im Moment billigste Variante gewählt wird, sondern die über den ganzen Lebenszyklus sinnvollste
  • Abwärme: Auch wenn bei einer Minergiehalle gemäss des Labels 60 % der Abwärme genutzt werden müssen, 40 % sind bei diesen Energiemengen immer noch erheblich. Wir wünschen uns, dass vorgesehen wird, dass z. B. eine zukünftige Überbauung im Brügglifeld ihre Wärme ab der KEBA beziehen kann und dass dann nicht aus baulichen Gründen darauf verzichtet werden muss.
  • Überbaurechte: Wir möchten auch noch darauf aufmerksam machen, dass man bei der Vergabe von Überbaurechten diese so terminiert werden, dass sie mit dem Ende der Lebensdauer der Hauptanlage übereinstimmen. Nicht dass für die Curlinghalle Verträge geschlossen werden, die wiederum Jahrzehnte über die Lebensdauer der KEBA hinausgehen.

Herzlichen Dank

Thema: Bildung und Gesellschaft und Energie und Klima