Bezug

Stabilo 2: Massnahmen N22 und N22bis

Für die Fraktion Pro Aarau – EVP/EW – Grünliberale

Alexander Umbricht (GLP) Ulrich Fischer (Pro Aarau) Christoph Waldmeier (EVP)

Massnahmen N22 und N22bis sind wie folgt zu ersetzen:

→ Bei Beschaffungen von Fahrzeugen der Stadtpolizei ist zukünftig das Fahrzeug zu wählen, das bei gegebenem technischem Anforderungsprofil über die ganze Nutzungsdauer unter Betrachtung aller Kosten (z. B. Total Cost of Ownership) am günstigsten ist. Der Stadtrat wird beauftragt, in den Budgets ab 2016 die Massnahme abzubilden.

Begründung

In der Botschaft zu Stabilo 2 und in der FGPK wurden für den Kauf von Patroullienfahrzeugen der Stadtpolizei Aarau richtigerweise die Stellschrauben Modellwahl (z. B. Marke) und Nutzungsdauer erkannt.

Doch nicht immer ist das günstigste Angebot am Schluss das Kosteneffizienteste und in punkto Dienstleistung das Richtige. Gerade bei Fahrzeugen, die einige 10'000 km pro Jahr im Einsatz sind, sind die Betriebskosten nicht zu vernachlässigen. Beispielsweise kann sich ein etwas teurerer Motor rechnen, wenn dafür der Treibstoffverbrauch deutlich kleiner und/oder der Treibstoff billiger (z.B. Erdgas) ist. Ein teureres Fahrzeug kann sich lohnen, wenn dafür mit viel geringeren Instandhaltungskosten zu rechnen ist und schlussendlich spielt der erwartete Wiederverkaufswert auch eine grosse Rolle.

Deswegen ist es notwendig, alle über die Nutzungszeit anfallenden Kosten (Total Cost of Ownership – TCO) vor der eigentlichen Investition in Betracht zu ziehen, um einen Gesamtüberblick über alle künftig anfallenden Kosten zu erhalten.

Fahrzeuge mit identischer Investitionssumme und selbst mit identischem Hubraum oder vergleichbarer Motorleistung können extrem unterschiedliche TCO verursachen.

Fazit: Der Listenpreis spielt eine untergeordnete Rolle, die Fahrzeuggesamtkosten sind entscheidend! Und sie sind bei der Fahrzeugwahl zu betrachten.

Im Rahmen von Stabilo 2 müsste das – korrekte Annahmen bei Stabilo 2 vorausgesetzt – heissen, dass Patrouillenfahrzeuge auch mit diesem Antrag zwei Jahre länger gefahren werden und somit jährlich CHF 26'000 gespart werden sollten. Wir sind jedoch der Überzeug, dass andere Faktoren (Markenwahl, Motorenwahl (z.B. Erdgas) etc.) zu weiteren Kosteneinsparungen führen können.

Eine Randbemerkung zum Schluss: Allgemein gehen wir davon aus, dass mit einem städtischen Flottenmanagement bzw. Mobilitätskonzept die Kosten für den Fahrzeugbestand der Stadt Aarau verkleinert werden könnten.

Votum im Rat

Werte Anwesende

Das gefällt uns: Über die Nutzungsdauer von Polizeifahrzeuge zu diskutieren. Wenn möglich auch noch über die Marke. Und vielleicht auch noch über die Farbe von den Sitzbezüge.

Im Gegensatz zum einen oder anderen Geschäft von heute Abend – ist das Thema nämlich konkret und fassbar. Und zum Thema Autokauf kann sicher jede und jeder im Saal etwas sagen – und sei es nur, dass man doch besser Mobility-Genossenschafter würde.

Aber ich glaube der letzte Punkt ist für die Polizei keine Option – rein farblich schon eher für die Feuerwehr…

Naja, seien wir ehrlich, die Punkte sind nicht die vorgesehene Flughöhe für den Einwohnerrat. Aber auch über die Flughöhe könnte man heute mehr als einmal diskutieren.

Es bleibt die Frage: Auf was für einer Basis soll der Einwohnerrat darüber entscheiden, ob vier, fünf oder allenfalls doch sechs, vielleicht gar acht Jahre die richtige Nutzungsdauer sind. Wie gesagt, das ist halt schön konkret. Aber eigentlich wollen wir alle – so hoffe ich zumindest – dass für Polizeifahrzeuge bzw. auch andere Fahrzeuge nicht zu viel Geld ausgegeben wird – nur das wirklich notwendige.

Sie konnten der Antragsbegründung entnehmen – ich nehme an, sie haben sie gelesen – dass nicht die Investitionskosten bei den Fahrzeugskosten alleinentscheidend sind. Der Betrieb und der Wiederverkaufswert sind – nebst anderem – auch sehr wichtig. Wenn man also wirklich und nicht nur auf dem Papier Geld sparen will, braucht es eine andere Methodik.

Und genau das nimmt unser Vorschlag auf. Mit einem Lebenskostenansatz sollt es möglich sein, wirklich Geld zu sparen. Falls die Abklärungen im Stabilo 2 seriös gewesen sind, müsste mit unserer Methodik zumindest das gleiche Sparpotenzial resultieren. Sie verlieren also nicht, wenn Sie Ja stimmen.

Zwei drei Nebenbemerkungen bzw. Hinweise.

  • Der Ansatz ist nicht nur auf Polizeiautos beschränkt sondern darf gerne auch an anderen geeigneten Stelle Anwendung finden.
  • Wir sind der Überzeugung, dass die Stadt mit einem Flottenmanagement, das den Namen verdient insgesamt Geld sparen könnte. Also zumindest bitte prüfen.
  • Ein Hinweis für die Polizei: Ein Töff ist billiger im Betrieb als ein Auto, E-Bikes sparen nochmals Geld, Schuhe sind am Billigsten. Das heisst, allenfalls könnte man Geld sparen und Bevölkerungsnähe zeigen, wenn man einmal aus dem Auto aussteigt.

In dem Sinne, würde sich die Fraktion Pro Aarau – EVP/EW – GLP freuen, wenn Sie unseren Antrag unterstützen. Danke.

PS: Der Vollständigkeitshalber, für alle die sich gewundert haben - Ich wäre natürlich für glp-grüne Sitzbezüge in einem Polzeifahrzeug…

Thema: Finanzen und Beteiligungen