Unterzeichner

Alexander Umbricht (GLP)

Fragen an den Stadtrat

1 Würde der Stadtrat auch so freundlich eine Anfrage von Simon Burger beantworten, wenn es um die Gewaltbereitschaft von Fussballfans ginge?

Wer Angst sät, wird Gewalt ernten.

Werte Anwesende

Durch die Anfrage von Simon Burger zum Thema «Umgang mit gewaltbereiten Asylbewerbern in der GOPS Aarau» fühle ich mich auch zu einer Frage an den Stadtrat veranlasst. Ich muss aber kurz ausholen.

Die Adresse der GOPS lautet Wiesenstrasse 10. Ich wohne an der Wiesenstrasse. Mit ca. 50 m Distanz zwischen meinem Grill und der GOPS bezeichne ich mich somit als Nachbar von ca. 300 jungen männlichen Asylbewerbern.

Und – unglaublich aber wahr – es sind gute Nachbarn. Ich höre sie nicht, ich sehe sie selten und wenn sind sie genauso freundlich wie die alle anderen auf der Strasse. Negative Erfahrungen: Genau, exakt Null.

Ich habe auch andere Nachbarn, nicht ständig aber so ca. alle zwei Wochen. Unter diesen Nachbarn hat es eine Horde von sehr unangenehmen Leute. Wenn diese Nachbarn «zu Hause sind», schränke ich mein Leben ein.

Während ich z.B. immer locker am Eingang der GOPS voreijoggen kann, jogge ich nicht mehr, wenn die anderen Nachbarn in der Nähe sind – es ist mir nämlich zu blöde, mit Bierdosen beworfen zu werden und im besten Fall dumme Sprüche anhören zu müssen.

Besonders heikel ist es auch für Gäste, die mit dem Zug anreisen. Wenn am gleichen Tag Gäste bei uns zu Besuch sind und die anderen Nachbarn zuhause sind – muss das Timing von An- und Abreise gut geplant werden. Es ist nämlich sehr unangenehm zwischen die Fronten von duzenden Polizisten in voller OD-Ausrüstung und meinen anderen Nachbarn zu kommen.

Kurzu: Wenn ich die Wahl habe, zwischen 300 männlichen Asylbewerbern mit verschiedensten Religionen, Sprachen und einem völlig anderen kulturellen Hintergrund als ständige Nachbarn und alle paar Wochen es paar wenige besoffenen gewaltbereiten sogenannten Eidgenossen, die sich als Fussballfans bezeichnen, wähle ich jedes Mal die Asylbewerber.

Mir ist an dieser Stelle völlig klar, dass weit über 90 % der Fussbalfans vermutlich sehr gute Nachbarn wären. Leider bin vor lauter fliegenden Bierdosen jeweils mit dem kleinen Rest beschäftigt und nehme die grosse friedlich Menge nicht mehr wahr.

Meine Frage an den Stadtrat: Würde der Stadtrat auch so freundlich eine Anfrage von Simon Burger beantworten, wenn es um die Gewaltbereitschaft von Fussballfans ginge?

Ich ziehe die Frage an der Stelle gleich wieder zurück – ich will ja trotz schönster Polemik der Verwaltung keinen zusätzlichen Aufwand bereiten. Dafür freue mich auf eine Anfrage zum Thema «Umgang mit gewaltbereiten Fussballfans in Aarau» vom Simon Burger – das wäre immerhin konsequent.

Besten Dank

Thema: Bildung und Gesellschaft