Werte Anwesende
Das Budget von 143 Seiten strotzt nur so von Details.
Zuerst aber das Positive: Das Budget ist das transparenteste Dokument, das wir im Jahr bekommen. Man sieht, was die Stadt tut, mit wie vielen Leuten und für wie viel Geld.
Einen Wunsch haben wir trotzdem oder erst gerade recht. Wir bekommen dieses Dokument auf Papier und als PDF. Begrenzt sinnvoll fürs Studium. Nehmen wir die Investitionsplanung: über 300 Zeilen. Wenn man mit Leuchtstift, Suchfunktion und mehreren offenen Fenstern arbeitet findet man raus. Von den 300 Zeilen lösen 128 im Jahr 2027 überhaupt eine Zahlung aus. Und wirklich neu zu bewilligen sind 33. Bis ich das weiss, habe ich unzählige Male quer durch das Dokument geblättert – die Begründungen stehen nämlich zehn Seiten weiter hinten.
Werte Anwesende
Ein bisschen ironisch ist es ja schon. Den ganzen Sommer reden wir über die Quantität vom Wasser, bzw. von der fehlenden Quantität. Der Frühling und die erste Sommerhälfte 2026 sind so trocken, dass das, wenn man auf die Anfragen lugt, sogar Parteien aufgefallen ist, die sonst - wie soll ich sagen - den Klimawandel gemäss Parteipräsident für “nicht schlecht” halten, z. B. für die Bauern.
Aber wir reden heute zur Qualität von Wasser - bzw. über die Publikation von längeren Messreihen zur Trinkwasserqualität. Die Fraktion GLP-Mitte findet es auch “nicht schlecht”, wenn der Stadtrat Einfluss nimmt, dass die entsprechenden Zeitreihen publiziert werden. Wir stimmen der Aufnahme des Bevölkerungsanliegens zu.
Werte Anwesende
Aarau sitzt im Schatten eines grossen, alten Baums.
Wir leisten uns einen Steuerfuss von 96 Prozent — bei einem Leistungsniveau, für das andere 115 Prozent ansetzen müssen. Wir können das, weil wir einen Anlagefonds von 119 Millionen Franken haben. Und Beteiligungen. Und Liegenschaften.
Was bedeutet das konkret? Im letzten Jahr hat uns Vermögens- und Liegenschaftserträge netto rund 14 Millionen Franken in die Kassen gespült. Das entspricht — wie der Revisor sagt — rund 19 Steuerfussprozenten. 19 Steuerprozente, die wir nicht verlangen müssen. Weil andere — vor uns — einen Baum gepflanzt haben.
Die Anfrage von Alexander Umbricht und Peter Jann fragte, wie stark die städtische Informatik von einzelnen Software-Anbietenden abhängt und wie Datenhoheit, Interoperabilität und Anbieterunabhängigkeit in Strategie und Beschaffung verankert sind. Der Stadtrat beantwortete die Anfrage zusammen mit der commIT schriftlich; sie wurde an der Sitzung vom 22. Juni 2026 behandelt.
Votum im Rat: Langsam Zeit
Werter Stadtrat
8 Monate, für die Beantwortung von dieser doch eher einfachen Anfrage? Ich gang vertrauensvoll davon aus, dass es anderen Gründen gegeben hat, als die Internetgeschwindigkeit von der Stadtverwaltung.
Aber keine Angst, die Gründe dafür interessieren mich im Moment schlicht nicht. Dafür wundere ich mich, dass der Stadtrat zwar eine leistungsfähige Internetinfrastruktur als zentral erkennt, es dann aber praktisch im Zufall überlassen will, öb wie, wann und in welcher Qualität die Infrastruktur bis zu den Einwohner:innen und Unternehmen entsteht. Das ist für mich eher das Prinzip Hoffnung, als Prinzip «es ist uns wichtig und wir haben einen Plan».
Votum im Rat
Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt.
— Thomas Watson, Chef von IBM, 1943
Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus haben wollen würde.
— Ken Olsen, Gründer der Computerfirma Digital Equipment Corp., 1977
Mehr als 640 Kilobyte Speicher werden Sie niemals benötigen.
— Bill Gates, 1981 – In dem Fall ist es beruhigend zu wissen, dass man trotz grober Fehleinschätzungen – dieser Computer hat genau 25 000 mal so viel - reichster bzw. aktuell zweitreichster Mensch der Welt werden kann…
Begründung
Die städtische Verwaltung hat im Dezember 2008 eine Offerte des Kantonalen Steueramtes zum Beitritt an die kantonale Steuerservice-Lösung zurückgewiesen.
Dieser Service fördert die effiziente Prozessverarbeitung in verschiedenen Aufgabenbereichen, die der städtischen und der kantonalen Verwaltung obliegen. Mit anderen Worten, der angebotene elektronische Datenaustausch vermeidet unnötige Abklärungen zu bereits erfassten Informationen und verbessert damit die Prozessverarbeitung in Geschwindigkeit und Qualität und ist somit auch kundenfreundlicher. Zeit und Kosten sollten sich im Idealfall vermutlich mit der Verbundlösung ebenfalls reduzieren lassen – für die Stadt und den Kanton.