Werte Anwesende
Wer dieses Postulat liest, spürt Energie. Aus Sicht von GLP/Mitte sogar die richtige Energie. Aber die Umwandlung von dieser Energie in ein konkreten politischen Vorstoss – die stimmt nicht.
Fangen wir bei dem an, wo wir uns mit den Postulanten einig sind. Ja, es braucht massiv mehr Photovoltaik. Ja, es braucht mehr Speicher. Und ja, wer heute Solarstrom produziert und diesen an einem sonnigen Juninachmittag teilweise wegwerfen muss, darf sich darüber ärgern.
Mit dem Jahresbericht 2023 beantragte der Stadtrat, ein Postulat zu Wärmepumpen abzuschreiben. Alexander Umbricht sprach sich als Fraktionssprecher in zwei Voten gegen die Abschreibung aus. Der Einwohnerrat lehnte die Abschreibung mit 41 zu 5 Stimmen ab.
Mit der Motion verlangten Alexander Umbricht, Hannah Wey, Peter Jann, Petra Ohnsorg und Lea Naon, die Energie- und Klimapolitik in der Gemeindeordnung zu überarbeiten und die Netto-Null-Ziele der Stadt dort zu verankern. Der Einwohnerrat überwies die Motion am 25. März 2024 mit 40 zu 6 Stimmen und schrieb sie am 12. Mai 2025 einstimmig ab.
Werte Anwesende
Ich glaube, der Reto Knutti ist schon lange nicht mehr in Aarau gewesen – sonst könnte er das nicht so behaupten. Denn die Aarauer Bevölkerung hat bereits 2012 intelligenterweise im esak-Gegenvorschlag zugestimmt. Und der Stadtrat hat vor nicht allzu langer Zeit fleissig eine Klimastrategie ausgearbeitet mit – Klammerbemerkung – einem einleitenden Referat von Reto Knutti.
Und die Grüne und die Grünliberalen – mit Unterstützung von EVP/EW, Pro Aarau und SP haben ganz unegoistisch die Gesellschaft und die Zukunft im Kopf gehabt, wo sie vor rund 16 Monaten mehrere selbstverständlich grösstenteils alles andere als dumme Vorstösse lanciert haben.
Werte Anwesende
Noch produziert eine Gasheizung heisse Luft. Heisse Luft, die dank ihrer Treibhausgase sehr schädlich für unser Klima ist. Und das darf keine Zukunft haben, auch nicht in der Aarauer Altstadt. Auch nicht in der Form von Biogas oder synthetischen Gasen.
Erneuerbare Gase sind zu kostbar
Und weil das «Energieschweiz für Gemeinden» als Bundesprogramm schon klar, deutlich und breit abgestützt formuliert hat, zitiere ich wohl rekordlang:
«Alternative, erneuerbare gasförmige Brennstoffe werden nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen und sind damit unbedingt für diejenigen Sektoren und Einsatzzwecke zu priorisieren, für die es heute noch keine technischen Alternativen gibt – also allenfalls die folgenden: Flugverkehr, internationaler Schiffsverkehr, chemische Industrie, Hochtemperaturprozesse in der Industrie, den Schwerverkehr und allenfalls die Raumfahrt. Allenfalls können sie auch einen Beitrag zur saisonalen Speicherung von Strom leisten.
Im Investitionsbudget 2023 war ein Kredit von 100 000 Franken für eine Betankungsanlage für Notfallfahrzeuge vorgesehen. Alexander Umbricht und Alois Debrunner (SP) beantragten, diesen Kredit zu streichen. Der Einwohnerrat folgte dem Antrag mit 23 zu 15 Stimmen bei 8 Enthaltungen und genehmigte das Budget 2023 anschliessend mit 28 zu 17 Stimmen bei einer Enthaltung.
Werte Anwesende
IWB, ein Energieversorgungsunternehmen primär in und rund um Basel mit über 900 Angestellten, verkauft etwa 5x so viel Gas wie die Eniwa. Sie schreibt im Mai 2021:
«IWB setzt auf Wärmeverbünde und klimafreundliche Einzellösungen.»
Das macht die Eniwa auch.
Die IWB schreibt weiter: «Diese strategische Ausrichtung von IWB passt damit nur noch bedingt zu einer Mitgliedschaft in der Interessensvertretung der Gaswirtschaft.» Und: «IWB und Teile der Gaswirtschaft sind hier mit verschiedenen Geschwindigkeiten unterwegs. Damit sind die Interessen von IWB und dem VSG nur noch in Teilen deckungsgleich – das Ende der langjährigen Mitgliedschaft im VSG ist die logische Konsequenz für IWB.»
Zur Info: Inhaltlich rede ich an deren Stelle für 3 Fraktionen – Pro Aarau/EVP – GLP/Mitte und auch für die Grünen. Und der Inhalt bezieht sich grad auf alle drei Photovoltaik-Vorlagen.
Werte Anwesende
Selten habe ich so ein falsches Zitat gehört. Heute, also 10 Jahre nach der Aussage, sieht es wie folgt aus.
Ananas in der Antarktis
Ananas Züchten in der Antarktis – das ist das, was uns wohl am meisten interessiert – wird jedes Jahr wahrscheinlicher. So sind doch im Februar 2020 bereits Temperaturen von mehr als 18 °C gemessen worden – und damit meine ich 18 °C über Null. Und die Menschheit gibt weiterhin kräftig Gas mit dem Klimawandel. Jahr für Jahr, Rekord für Rekord.
Werte Anwesende
Wenn man sich selbst zu zitieren anfangt, ist man wohl definitiv zu eitel und/oder schon zu lange im Einwohnerrat…
Wie auch immer. Im Rahmen von der Diskussion zum ersten SEK-Kredit bin ich wirklich verärgert gewesen. Und nicht nur ich, sondern eine Mehrheit vom Einwohnerrat. Die drei Buchstaben WTF haben gut gepasst. Und entsprechend hat der Einwohnerrat den Kredit – gegen den Wunsch vom Stadtrat – deutlich erhöht. Ironie von der Geschichte, selbst der erhöhte Kredit hat nicht gelangt. Und so sitzen und stehen wir heute wieder da, um über einen Nachfolgekredit zu befinden.
Hintergrund
Die grosse Mehrheit der Heizungen, die bei Neubauten eingesetzt werden, ist klimafreundlich. Wer Zeit zum Planen hat, setzt bereits heute auf Wärmepumpen – sie kosten zwar mehr in der Anschaffung, sind über die ganze Lebenszeit gerechnet aber meistens wesentlich günstiger als Öl und Gas, und es gibt äusserst attraktive Finanzierungsmodelle.
Ganz anders sieht es jedoch beim Heizungsersatz aus: Weit über die Hälfte der fossilen Heizungen, die heutzutage aussteigen, werden durch neue fossile Heizungen ersetzt. Naturgemäss steigen Heizungen meist dann aus, wenn sie in Betrieb sind, sprich: wenn man ohne sie friert. Bei einem Heizungsersatz ist eine schnelle, pfannenfertige Lösung gefragt, und die einzige Fachperson, die zur rechten Zeit am rechten Ort ist, ist immer ein Spezialist für fossile Heizungen. Kein Wunder, haben fossile Lösungen hier die Nase vorn.
Hintergrund
Es ist schwierig, die Aarauer Altstadt sowie die Vordere Vorstadt mit treibhausgasfreier Wärme (und allenfalls Kälte) zu versorgen. Der kommunale Energieplan Aarau 2020 schreibt dazu denn auch: «Die Altstadt und Vordere Vorstadt werden heute mehrheitlich mit Gas versorgt. Gleichzeitig eignen sich die mehrheitlich denkmalgeschützten Gebäude aufgrund der ungedämmten Gebäudehülle nur beschränkt zur Versorgung durch Erdwärme. Weiter ist auch der Platz für Bohrungen für die Erdwärmenutzung beschränkt und die hohe Dichte könnte zu einer Auskühlung des Bodens führen.»
Hintergrund
Im Oktober 2020 erschien in der Republik eine Recherche unter dem Titel «Das Greenwashing der Schweizer Gasbranche». Darin wird ausführlich beschrieben, wie der Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) aufwändige Kampagnen führt, um die ökologisch und ökonomisch notwendige Transformation der Gas- bzw. Wärmeversorger auf erneuerbare Energien zu verzögern. Inzwischen haben entsprechend beispielsweise die Industriellen Werke Basel (iwb) ihren Austritt aus dem VSG per Ende 2021 angekündigt (und sparen so auch gleich noch rund CHF 600'000 jährlich).
Hintergrund
Als staatlicher Akteur soll die Stadt nicht nur von ihren Bewohner:innen und den ansässigen Firmen Klimaschutz fordern, sondern mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu nutzt sie ihren Einfluss im Rahmen ihrer Möglichkeiten (z.B. besitzt sie die Aktienmehrheit bei der eniwa und der BBA), damit städtische Betriebe, (Zweck)verbände und Firmen mit städtischer Beteiligung usw. für die eigenen Tätigkeiten und Produkte Netto-Null-Treibhausgasemissionen-Strategien mit Zieljahr 2040 entwickeln.
Vorgelagerte Prozesse sollen dabei, soweit mit vernünftigem Aufwand möglich, auch berücksichtigt werden.
Hintergrund
Elektrizität wird mit der jetzigen Klimapolitik zur zentralen Energieform. Nebst den bisherigen Anwendungen ist eine starke Nachfragesteigerung von elektrischer Energie bei der Wärme- und Kältebereitstellung sowie aufgrund der Förderung der E-Mobilität zu erwarten.
Auch erneuerbare Gase lassen sich in grossen Mengen auch nur mit Elektrizität herstellen. Daher ist es entscheidend, alle Möglichkeiten zu nutzen um Strom zu produzieren. Da Photovoltaikanlagen in der Regel wirtschaftlich betrieben werden können, sind sie auch für den städtischen Finanzhaushalt potenziell attraktiv.
Hintergrund
Versiegelte Parkplatzflächen sind Hitzeinseln. Sie strahlen Hitze ab, sind biologische Wüsten und haben eine schlechte Aufenthaltsqualität. Wenn man Bäume pflanzt und die Parkplätze damit beschattet, kann man diesen Hitzeeffekten durch den kühlenden Verdunstungs-Effekt der Bäume einfach und kostengünstig entgegenwirken. Nebst dem Effekt fürs Mikro- und Makro-Klima durch die Bäume gibt es auch einen positiven Effekt für die Biodiversität.
Nicht in jedem Fall ist die Bepflanzung mit Bäumen aufgrund des Untergrunds (unterirdische Bauten) möglich. Falls eine Beschattung durch Bäume nicht oder nur teilweise möglich ist, soll die Solarenergie genutzt werden. Mit Solaranlagen überdachte Parkplätze haben mehrfach positiven Nutzen: Die abgestellten Autos stehen im Schatten und sind damit nicht übermässiger Hitze ausgesetzt, und der Platz wird für die Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt. Die Parkplätze können so eingerichtet werden, dass dort Elektromobile aufgeladen werden können.
Hintergrund
Elektrizität wird mit der jetzigen Klimapolitik zur zentralen Energieform. Nebst den bisherigen Anwendungen ist eine starke Nachfragesteigerung von elektrischer Energie bei der Wärme- und Kältebereitstellung sowie aufgrund der Förderung der E-Mobilität zu erwarten.
Auch erneuerbare Gase lassen sich in grossen Mengen auch nur mit Elektrizität herstellen. Daher ist es entscheidend, alle Möglichkeiten zu nutzen um Strom zu produzieren. Da Photovoltaikanlagen in der Regel wirtschaftlich betrieben werden können, sind sie auch für den städtischen Finanzhaushalt potenziell attraktiv.
Hintergrund
Elektrizität wird mit der jetzigen Klimapolitik zur zentralen Energieform. Nebst den bisherigen Anwendungen ist eine starke Nachfragesteigerung von elektrischer Energie bei der Wärme- und Kältebereitstellung sowie aufgrund der Förderung der E-Mobilität zu erwarten.
Auch erneuerbare Gase lassen sich in grossen Mengen auch nur mit Elektrizität herstellen. Daher ist es entscheidend, alle Möglichkeiten zu nutzen um Strom zu produzieren.
In der Schweiz finden sich inzwischen diverse Beispiele optisch sehr gelungener stromproduzierender Fassaden, z.B. in Allschwil.
Hintergrund
Die Schweiz ist heute stark abhängig von fossilen Energien, die aus dem Ausland importiert werden. Allein für Erdöl und Erdgas fliessen so jedes Jahr rund 8 Milliarden Franken ins Ausland ab. Ein beträchtlicher Teil der fossilen Energien wird für die Gebäudenutzung verwendet. So überrascht es nicht, dass von den gesamten Treibhausgasemissionen in der Schweiz rund 24 % durch den Betrieb von Gebäuden verursacht wird.
Bereits heute sind alle notwendigen Technologien vorhanden, um den Gebäudepark wirtschaftlich fossil- und treibhausgasfrei zu betreiben. Somit wird es höchste Zeit, dass wir das auch machen. Das mit der Umsetzung angeeignete Wissen kann in die Beratung von Privaten und Unternehmen einfliessen.
Hintergrund
Das Ziel, die städtischen Liegenschaften zu dekarbonisieren, ist notwendig und sinnvoll. Bei den dafür nötigen Umbauten lassen sich die positiven Effekte aber nochmals vervielfachen, wenn man bei jedem Projekt über die eigene Liegenschaft hinausdenkt. Einerseits könnten mit grösseren, gemeinschaftlichen Projekten deutliche Effizienzgewinne erzielt werden; andererseits könnten auch zahlreiche Nachbarliegenschaften zu einem früheren und dezidierteren Wechsel auf klimaneutrale Lösungen bewegt werden.
Gemeinschaftliche Solaranlagen sind ein Paradebeispiel dafür: Schliessen sich mehrere Liegenschaften zusammen, können sie einen höheren Anteil des produzierten Stroms direkt vor Ort verbrauchen. Auch die Anschaffung eines grösseren Stromspeichers sowie der Betrieb von Solarzellen an Ost- und Westfassaden werden deutlich rentabler, je mehr Liegenschaften an der Anlage beteiligt sind. Von solchen Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch profitiert auch das Stromnetz als Ganzes.
Hintergrund
Die Klimaziele der Stadt Aarau können mit einem auf fossilen Erdgas basierenden Netz nicht erreicht werden. Gleichzeitig werden Biogase und treibhausgasfreie, synthetisch hergestellte Gase voraussichtlich bis zur Mitte des Jahrhunderts vollständig für Prozesswärme, Langdistanztransporte und das Fliegen genutzt. Für das Heizen von Gebäuden werden die erneuerbaren Gase schlicht zu wertvoll sein.
Das Gasnetz kann und soll nicht von heute auf morgen abgestellt werden, die Planung dazu sollte aber umgehend begonnen werden. Zu berücksichtigen sind die Investitionszyklen von Heizungen, damit Fehlinvestitionen oder Entschädigungszahlungen für die Gasnetzbetreiberin soweit möglich vermieden werden können. Mit einer guten und rechtzeitig in Angriff genommenen Planung können auch sogenannte Stranded Assets vermieden werden.
Hintergrund
Mit einer Wärmepumpe wird die Wärme aus dem Erdreich (Sole), dem Grundwasser oder der Luft auf ein nutzbares Temperaturniveau gebracht. Mit einem Teil Strom können bis zu fünf Teile Wärme erzeugt werden. Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen, die als Hauptheizung eingesetzt werden und eine Öl-, Gas- oder Elektroheizung ersetzen, senken die Treibhausgasemissionen beträchtlich.
Eine grosse Hürde für deren Einsatz sind die im Verhältnis zu einem klimaschädlichen fossilen Heizungsersatz deutlich aufwendigeren Bewilligungsverfahren. Deshalb ist beispielsweise im Kanton Basel-Stadt das Aufstellen von Wärmepumpen im Inneren ohne Bewilligung möglich. Im Aussenraum ist bei Einhaltung gewisser Bedingungen lediglich eine Meldung notwendig. Dies hat zu einem vermehrten Ersatz von fossilen Heizungen durch Luft-Wasser-Wärmepumpen geführt.
Ausgangslage
«Die Stadt Aarau besitzt gut 95 % der 300 000 IBAarau AG-Aktien. Erfolg oder Misserfolg der IBAarau AG (IBA) haben einen spürbaren Einfluss auf das städtische Budget. Die IBA wiederum hält 2 % der Alpiq Holding AG (Alpiq). Sollte die IBA diese Aktien verkaufen, hat die Stadt Aarau ein Gewinnbeteiligungsrecht. Da ein Konkurs der Alpiq Holding AG in den nächsten Jahren möglich scheint, hat der Wert der Alpiq-Aktien einen indirekten Einfluss auf das Vermögen der Stadt. Werden die Aktien zu einem guten Wert verkauft, kann die Stadt ihr Vermögen erhöhen. Fällt der Wert der IBA-Aktien auf null, …
Die IBA besitzt aus historischen Gründen eine Beteiligung von 2 % an der Alpiq. Diese Aktien haben seit der Gründung des Alpiq Konzerns 2007 rund 85 % an Marktwert eingebüsst; von rund 600 CHF pro Aktie im Jahr 2008 auf aktuell 82 CHF pro Aktie. Gerechnet auf den Anteil der IBA hat sich der Wert der Beteiligung von rund 300 Mio. CHF auf aktuell rund 45 Mio. CHF reduziert. Seit 2015 hat Alpiq zudem keine Dividende mehr bezahlt.»
— Anfrage der GLP vom 11. September 2017
Begründung
Die Stadt Aarau besitzt gut 95% der 300'000 Aktien der eniwa AG. Erfolg oder Misserfolg der eniwa haben einen spürbaren Einfluss auf das städtische Budget. Die eniwa wiederum hält 2% der Alpiq Holding AG (kurz: Alpiq). Sollte die eniwa diese Aktien verkaufen, hat die Stadt Aarau ein Gewinnbeteiligungsrecht.
Ausgangslage
Am 15. Februar 2018 hat die Stadt per Medienmitteilung angekündigt, den Verkaufsprozess von 15% der durch die Stadt gehaltenen eniwa Aktien zu starten. Die Stadt verspricht sich dadurch Einnahmen in der Höhe von rund 50 Mio. CHF. Als Käufer wünscht sich der Stadtrat einen strategischen Investor aus der Schweiz.
Begründung
Die Stadt Aarau besitzt gut 95 % der 300 000 IBAarau AG-Aktien. Erfolg oder Misserfolg der IBAarau AG (IBA) haben einen spürbaren Einfluss auf das städtische Budget. Die IBA wiederum hält 2 % der Alpiq Holding AG (Alpiq). Sollte die IBA diese Aktien verkaufen, hat die Stadt Aarau ein Gewinnbeteiligungsrecht. Da ein Konkurs der Alpiq Holding AG in den nächsten Jahren möglich scheint, hat der Wert der Alpiq-Aktien einen indirekten Einfluss auf das Vermögen der Stadt. Werden die Aktien zu einem guten Wert verkauft, kann die Stadt ihr Vermögen erhöhen. Fällt der Wert der IBA-Aktien auf null, …
Werte Anwesende
Es scheint, als dürften wir zukünftig jedes Mal einen Antrag erwarten, wenn irgendwo in irgendeinere Botschaft eines der folgenden Buzzwörter vorkommt: Energie, IBA, IBAarau, Minergie, Lärmsanierung, und vermutlich noch einige mehr. Wir werden diese Liste in den nächsten Monaten wohl erweitern dürfen. Immer das gleiche Ziel: Irgendeinen Betrag dem Kredit zur Umsetzung der Massnahmen zur städtischen Energie- und Klimapolitik belasten.
Klar, das ist politisch legitim, und wenn ich die politische Ansichten von FDP und SVP hätte – sprich kein städtischen Umweltschutz in Aarau, weil irgendein Grund – würde ich das vielleicht auch machen.
Begründung
Am 11. März 2012 (vor einem halben Jahrzehnt) wurde der esak-Gegenvorschlag mit fast 60 % Zustimmung angenommen und in der Gemeindeordnung verankert. Vor knapp vier Jahren verfasste die Firma econcept AG im Auftrag des Stadtrates ein 2000-Watt-Konzept zur Umsetzung dieses politischen Auftrags. Auf dem 2000-Watt-Konzept aufbauend wurde der «Aktionsplan 2016-2022» erarbeitet – inklusive einer ausführlichen Vernehmlassung. Die darin aufgeführten Massnahmen sollen zur Erreichung des ersten Zwischenziels der Absenkpfade im Jahr 2020 beitragen. Am 30. März 2015 (also vor zwei Jahren) hat der Stadtrat den Aktionsplan gutgeheissen.
Begründung
Kurzversion:
- Die Gemeindeordnung gibt uns den Auftrag, die Ziele der 2000 Watt-Gesellschaft zu erreichen. Ein Neubau, der nicht mal den Minergie-Standard erreicht, nimmt die Gemeindeordnung genau so wenig ernst wie eine neue Heizung, die fossil betrieben wird.
- Die Projektierungskosten werden durch den Minergie-Standard nicht beeinflusst.
- Eine gute Lüftung in einem gut isolierten Gebäude ist essenziell für eine gute Luftqualität. Stichwort CO₂. Zudem kann sie den Wertverlust des Gebäudes verlangsamen.
- Eine Lüftung hilft Energie und somit Betriebskosten zu sparen.
- Die Investitionskosten für eine «minergietaugliche» Lüftung können deutlich kleiner sein, als die Vorlage suggeriert. Mit einem Ersatz der teuren zentralen Lüftung durch Einzelraumbelüftungsanlagen sind Kosteneinsparungen von 50 % möglich. Dies zeigen Erfahrungen aus anderen Schulhäusern.
Votum im Rat
Werte Anwesende
Begründung
Seit Jahren begleitet das Thema «Sanierung KEBA» den Einwohnerrat hartnäckig. Dabei lassen sich drei «herausragende» Begleitmerkmale feststellen:
- Aarau will die KEBA. Auch der Einwohnerrat und die Fraktion Pro Aarau – EVP/EW – Grünliberale.
- (An)Fragen zu alternativen Varianten betreffend dem vorliegenden Projekt wurden vom Stadtrat schlecht oder gar nicht beantwortet.
- Alle Entscheide fallen unter Zeitdruck nach folgendem Schema: Wenn der Einwohnerrat nicht sofort zustimmt, muss der Betrieb der KEBA (bald) eingestellt werden. Aktuelle «Drohung»: Alles andere als eine sofortige Zustimmung lässt die gültige Baubewilligung verfallen.
Bei einer Rückweisung wird die Baubewilligung wohl tatsächlich verfallen. Dennoch wird der Betrieb der KEBA deswegen auch dieses Mal nicht gleich eingestellt. Gemäss FGPK-Protokoll ist «innerhalb von zwei Jahren Verzögerung keine neue Betriebsbewilligung nötig». Die Risiken und Folgekosten sind – im Verhältnis zum Gesamtkredit – überschaubar.
Begründung
Am 11. März 2012 haben die Aarauer Stimmberechtigten den Gegenvorschlag zur Initiative Energiestadt Aarau konkret („esak-Initiative“) angenommen. Die Gemeindeordnung verpflichtet die Stadt Aarau seither, erneuerbare Energiequellen zu fördern (§10b, a.) sowie den primärenergiebedingten Treibhausgasausstoss bis ins Jahr 2150 auf eine Tonne CO2-Äquivalente pro Einwohnerin und Einwohner und Jahr zu senken (§10b, c.). Zudem gibt die Gemeindeordnung konkrete Zwischenziele in Form von Absenkpfaden an. Bis im Jahr 2020 sollen gegenüber dem Jahr 2010 nur noch 80% nicht erneuerbare Energieträger verwendet werden (§10c).
Werte Anwesende
Dank viel Engagement ist in den letzten 1.5 Jahrzenten im Torfeld Süd eine interessante Anlage aufgebaut werden. Eine Anlage, die in Aarau und der Umgebung nicht nur fest verankert ist, sondern auch wesentlich zur Vielfalt vom städtischen Sportangebot beiträgt.
Diese Anlage hat einen Namen: Rolling Rock. Und offensichtlich entscheiden wir heute über ihre Zukunft.
Aus Sicht von der Fraktion die ein letztes Mal vorne links sitzt gilt es folgendes zu bedenken:
In der Debatte zum Budget 2014 ging es unter anderem darum, welchen Platz die Energiewende in den städtischen Finanzen erhält. Alexander Umbricht meldete sich dazu mit einem Einzelvotum zum Thema Energie im Budget zu Wort.
Werte Einwohner- und Stadtratsmitglieder
Gemäss Eigendeklaration verbraucht Aarau für die Strassenbeleuchtung jährlich 18.8 MWh Strom pro Kilometer Strassenbeleuchtung, das summiert sich auf 1500 MWh Strom insgesamt. Die nackten Zahlen sind nicht so wichtig und zugegebenermassen ist es schwierig sich etwas darunter vorzustellen.
Wichtiger ist, dass es einen Richtwert für Gemeinden wie Aarau gibt. Der Richtwert ist 36 %, also mehr als einen Drittel, tiefer als der Wert von Aarau und wird von vielen Gemeinden von ähnlicher Grösse erreicht oder unterboten. Das heisst, gegenüber dem Richtwert verschwendet Aarau 540 MWh Strom – jährlich. Der Strom ist alles andere als gratis und würde für ca. 110 durchschnittliche Einfamilienhäuser reichen.
Werte Ratsmitglieder
Nach der hier geführten Diskussion, möchte ich mich zu ein paar Aussagen äussern:
Behauptung: Ausstieg aus der Kernenergie stehe in Widerspruch zur Reduktion des CO2-Ausstosses
AKWs mögen im CO2-Bereich zugegebenermassen nicht schlecht sein – wobei niemand weiss, wie man die ganze Endlagerung zu berücksichtigen hat - dementsprechend findet man viele unterschiedliche Studien. Betrachtet man die ganze Umweltbelastung – und in der Initiative geht es um die ganze Umwelt, nicht nur die Atmosphäre – schneiden AKWs anerkanntermassen sehr schlecht ab. Speziell auch im Bezug zur schweizerischen Umweltgesetzgebung.
Begründung
Bei der KEBA handelt es sich um eine grosse Investition im Sportbereich. Noch fehlen aber das lange versprochene Sportkonzept und dazugehörig das Gemeindesportanlagenkonzept (GESAK) um diese Investitionen richtig einordnen zu können.
Da aber gemäss Protokoll der letzten Sachkommissionssitzung bereits «ein ausführliches Sportkonzept entstanden» ist, welches «demnächst im Stadtrat diskutiert wird» und zudem «eine entsprechende Botschaft an den Einwohnerrat folgt», ist es nicht verantwortungsvoll wenige Wochen vor der Präsentation des Sportkonzeptes inkl. GESAK derart grosse Investitionen in die Sportinfrastruktur zu bewilligen.
Begründung
Gemäss Presseartikeln (1) zeigt die IBAarau AG Interesse, zusammen mit der Repower AG eine Produktionsbeteiligungsgesellschaft zu gründen. Dadurch soll sich die IBAarau an einem grossen Kraftwerkspark beteiligen können und besser für die Strommarktliberalisierung gerüstet sein. Die IBAarau AG wäre einer von mehreren Minderheitsaktionären, die Repower AG der Mehrheitsaktionär.
Der von der Repower AG mitprojektierte Kraftwerkspark umfasst nebst drei Wasserkraft- und einem Windparkprojekt zwei grosse Kohlekraftwerke (2). In Brunsbüttel, Schleswig-Holstein, ist ein 1.8 GW Steinkohlekraftwerk (3) und in der Saline Joniche in Kalabrien ein 1.32 GW Steinkohlekraftwerk (4) geplant. Zusammengenommen ist die projektierte Leistung der beiden Kraftwerke vergleichbar mit der kumulierten Leistung aller Schweizer Atomkraftwerke (5), der CO2-Ausstoss entspräche mehr als 40 % der Schweizer CO2-Emissionen (6).
Werte Ratsmitglieder
Für die Fraktion Pro Aarau – EVP – Grünliberale trägt der Einsatz von erneuerbaren Energien nicht nur zum Klimaschutz bei. Er stärkt auch – und das ist genau so wichtig – die Versorgungssicherheit und schafft in grossem Umfange dauerhafte Arbeitsplätze – und zwar in der Region. Beim Einsatz von «Eagle Power», wie in dieser Motion gefordert, sogar lokal.
Wie sie wissen unterstützen alle in unserer Fraktion vertretenen Parteien die städtische Energieinitiative, welche bekanntlich noch weitergehende Forderungen stellt.
Begründung
«Heute ist niemand mehr so blöd und baut Kunsteisbahn und Hallenbad nicht direkt nebeneinander. Hier haben wir den energetischen und finanziellen Idealfall: Die Abwärme aus der Kälteerzeugung bei der Kunsteisbahn fällt direkt als Nutzwärme für das Hallenbad an.»
Der Dozent, der in einer Vorlesung namens «Energietechnik und Umwelt» vor ein paar Wochen an der ETH in Zürich die einleitende Aussage gemacht hat, kennt anscheinend die Aarauer Verhältnisse nicht und verweist wohl eher auf clevere Beispiele wie das folgende aus Davos:
Werte Ratsmitglieder
Um es vorweg zu nehmen, die Fraktion «Pro Aarau – EVP – Grünliberale» unterstützt die Motion von Gabriela Suter – und zwar aus Überzeugung.
Mit Aarau vergleichbare Städte wie Schaffhausen, Neuenburg und auch Baden haben für ihre vorbildliche Energiepolitik bereits das Goldlabel erlangt. Aber auch Wohlen, Turgi, Frauenfeld, Zug – insgesamt gut 120 Gemeinden – haben die Zeichen der Zeit, zumindest was Energiefragen betrifft, besser und früher erkannt als Aarau und sind im Energiestadtranking vor uns plaziert.