Werte Anwesende
Die Ereignisse rund um die Kreisschule Aarau-Buchs zeigen: Gute Kommunikation ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit. Insbesondere vom Stadtrat und von der Verwaltung – und insbesondere gegenüber unseren Nachbarn.
Wir sind überzeugt, dass dem Stadtrat das klar ist. Trotzdem werden wir das Gefühl nicht los, dass er zu häufig unklar bleibt – ob unabsichtlich, aus Bequemlichkeit oder strategisch. Unklarheit mag im Einzelfall Sinn machen. Heikel wird es, wenn man so unklar bleibt, dass jede und jeder genau das heraushört, was sie oder er hören will. Es ist wie beim Horoskop: Es passt dann immer – und nie. Weiterhelfen tut es jedenfalls nicht. Denn am Ende reden Menschen mit Menschen. Und Menschen haben eigene Ideen und Wünsche – und hören manchmal nur das, was sie hören wollen.
In der Debatte zu Politikplan und Budget 2024 hielt Alexander Umbricht das Grundsatzvotum seiner Fraktion, unter anderem zu Steuerfuss, Schulraum und WOSA, und äusserte sich in vier weiteren Kurzvoten zu einzelnen Anträgen. Der Einwohnerrat genehmigte das Budget mit 31 zu 16 Stimmen.
Ein Postulat von Regina Tschopp und Stefan Zubler (beide FDP) befasste sich mit dem geplanten Oberstufenzentrum. Alexander Umbricht äusserte sich in einem Einzelvotum zum Zeitplan. Der Einwohnerrat überwies Antrag 2 mit 22 zu 27 Stimmen nicht, Antrag 3 hingegen mit 29 zu 9 Stimmen bei 11 Enthaltungen.
Werte Anwesende
Die SVP schreibt: «Beim vorliegenden Projekt handelt es sich um das grösste Projekt in der Geschichte der Stadt Aarau». Beim mir vorliegenden Antrag geht es um 600'000 CHF. Ich wage zu vermuten, dass die Stadt Aarau schon grössere Projekte umgesetzt hat.
Ungutes Bauchgefühl
Andererseits – auch in der Fraktionsgemeinschaft vom Zentrum – sind wir sehr unterschiedlich glücklich mit dieser Vorlage – und verschiedenste Personen haben ein «ungutes Bauchgefühl». Dazu wird sich der Christoph Waldmeier fürs Zentrum äussern, insofern die Rückweisung scheitert.
Der Einwohnerrat diskutierte die Antwort des Stadtrats auf eine Anfrage zum Neubau des Oberstufenschulhauses Aarau (OSA). Alexander Umbricht setzte sich in einem Einzelvotum dafür ein, beim Ersatz des Oberstufenschulhauses Tempo zu machen. Als Diskussion einer Anfrage war das Geschäft ohne Abstimmung.
Beim Baukredit für die Schulanlage Gönhard stellte Alexander Umbricht ad hoc einen Abänderungsantrag: Wie schon 2014 beim Tellischulhaus sollte der Kredit von CHF 65 600 für die Photovoltaikanlage nur verwendet werden, falls sich kein Investor findet. Der Rat nahm den Abänderungsantrag einstimmig an und bewilligte den Baukredit mit 37 zu 6 Stimmen.
Begründung
Kurzversion:
- Die Gemeindeordnung gibt uns den Auftrag, die Ziele der 2000 Watt-Gesellschaft zu erreichen. Ein Neubau, der nicht mal den Minergie-Standard erreicht, nimmt die Gemeindeordnung genau so wenig ernst wie eine neue Heizung, die fossil betrieben wird.
- Die Projektierungskosten werden durch den Minergie-Standard nicht beeinflusst.
- Eine gute Lüftung in einem gut isolierten Gebäude ist essenziell für eine gute Luftqualität. Stichwort CO₂. Zudem kann sie den Wertverlust des Gebäudes verlangsamen.
- Eine Lüftung hilft Energie und somit Betriebskosten zu sparen.
- Die Investitionskosten für eine «minergietaugliche» Lüftung können deutlich kleiner sein, als die Vorlage suggeriert. Mit einem Ersatz der teuren zentralen Lüftung durch Einzelraumbelüftungsanlagen sind Kosteneinsparungen von 50 % möglich. Dies zeigen Erfahrungen aus anderen Schulhäusern.
Votum im Rat
Werte Anwesende
Begründung
Falls der Vertrag mit der IBAarau AG (oder einem anderen Investor) nicht zustande kommt, braucht es den Kredit, damit auf dem Dach des Telli-Schulhauses doch noch eine Photovoltaikanlage gebaut wird. Zudem kann die Photovoltaikanlage wirtschaftlich betrieben werden. Denn:
- Für eine schwarze Null müssen gemäss den Berechnungen von Herzog Kull nur 7500 CHF gespart werden.
- Stadträtliche Botschaft: «Aufgrund des Vergleichs der Grobkostenschätzung mit Kennwerten für Photovoltaikanlagen kann davon ausgegangen werden, dass die Grobkostenschätzung seriös gerechnet ist und die Vergabe der Anlage zu günstigeren Konditionen erfolgen kann.» Bereits Anfangs April ging der Stadtrat davon aus, dass die Vergabe günstiger kommt, als budgetiert.
- Inzwischen liegen reale Angebote vor, davon zumindest ein seriöses. Der Stadtrat wird in der Sitzung bestätigen können, dass die Modulkosten deutlich geringer ausfallen, als budgetiert.
- Wechselrichter sind wetterfest ausgelegt. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum ein separater Raum geschaffen werden muss. Ein einfacher Wetterschutz ist zu empfehlen, aber billiger zu haben als der jetzt geplante Raum.
Eine ausführlichere Begründung erfolgt mündlich im Rahmen der Einwohnerratssitzung.
Die dringliche Motion von Gabriela Suter verlangte eine Photovoltaikanlage auf der Primarschule Telli. Alexander Umbricht hatte die Motion mitunterzeichnet und äusserte sich im Rat zur Frage der Finanzierung. Der Einwohnerrat überwies die Motion mit 28 zu 20 Stimmen.
Eine Motion verlangte, die FuSTA zu evaluieren. Alexander Umbricht äusserte sich dazu in einem Einzelvotum zu seiner persönlichen Haltung gegenüber der Form der Motion. Der Einwohnerrat lehnte einen Rückweisungsantrag der SP mit 11 zu 32 Stimmen ab und überwies die Motion mit 32 zu 11 Stimmen.
Werte Anwesende, die gesamte Schulraumplanung für Aarau wird teuer. Das ist nicht mehr eine Prognose – mit dieser Vorlage ist das nahe Zukunft. Nicht nur die heute besprochenen Millionen sind zu investieren: Die Kreisschule Buchs Rohr rechnet mit Investitionen von 40 bis 60 Millionen Franken für ihren Schulraum. Investitionen, an denen auch Aarau beteiligt ist – mit einem Drittel gemäss Kostenteiler. Und das alles innerhalb von wenigen Monaten bis Jahren.
Werte Einwohner- und Stadtratsmitglieder
«Man kann nicht nicht kommunizieren». Dieser Satz findet sich in einem Standardwerk zur menschlichen Kommunikation aus dem Jahr 1969 – dem Jahr der Mondlandung. Immer wieder einmal in den letzten zwei Jahren, habe ich den Eindruck bekommen, dass Aarau kommunikativ aber auch im 21. Jahrhundert hinter dem Mond lebt. Wenn es um die Kommunikation im Schulbereich geht, bin ich mir nicht einmal sicher, ob zuerst noch der Papyrus erfunden werden muss – obwohl ich, paradoxerweise, bei kaum einer Vorlage so viel Papier bekommen habe – wenn auch nicht von der Stadt.
Die Motion Schneider verlangte zusätzlichen Förderunterricht für Kinder mit Dyskalkulie, also mit einer ausgeprägten Rechenschwäche. Alexander Umbricht äusserte sich dazu als Sprecher der Fraktion Pro Aarau – EVP/EW – Grünliberale. Der Einwohnerrat überwies die Motion knapp mit 23 zu 21 Stimmen.