Rede, damit ich dich sehe.

Sokrates

Werte Anwesende

Wir sind ein Parlament. Reden, debattieren, ringen um Lösungen – das ist unser Auftrag. Und die FGPK spielt dabei eine zentrale Rolle.

Empfehlung von SP, Grünen, GLP, Pro Aarau und EVP

Im Namen von SP, der Grünen, von GLP, Pro Aarau und EVP kann ich dazu klar sagen: Die vorgeschlagene Sitzverteilung unterstützen wir. Wir wählen alle vorgeschlagenen Personen – ausser dem Christoph Müller.

Uns ist sonnenklar: Der SVP stehen in der FGPK zwei Sitze zu. Unbestritten ist für uns auch das Recht von jeder Fraktion, ihre Kandidat:innen selber zu nominieren. Aber was wir nicht müssen: wir müssen nicht jede Person aktiv unterstützen und wählen. Darum werden wir eine Linie leer lassen. Wir werden auch niemand anderen wählen – das wäre gegenüber unfreiwilligen Sprengkandidat:innen aus der SVP nicht fair.

Begründung

Lieber Christoph, du fragst dich vielleicht: Warum wählen mich SP, Grüne, GLP, Pro Aarau und EVP nicht? Das versuche ich dir erklären.

Dein zeitliches Engagement ist gross – das stellt niemand in Frage. In der mündlichen Debatte, hier im Saal, bist Du so korrekt wie die meisten. In der WOSA-Kommission war die Zusammenarbeit auch stets korrekt. Darum wählen wir dich auch wieder in die WOSA-Kommission.

Aber eben – und da komme ich auf Sokrates zurück: Rede, damit ich dich sehe. Oder in deinem Fall: Schreibe, damit wir dich sehen. Und was wir da sehen, ist teilweise schlicht hässlich. Nicht hart in der Sache – sondern respektlos im Ton.

Deine E-Mails an die Verwaltung, an Ratsmitglieder, deine Publikationen im Internet – das ist zu oft nicht zum Anluegen. Persönlich, diffamierend, erschlagend. Viele in diesem Rat haben solche E-Mails erhalten oder gesehen. Wir wissen, wie du manchmal Projektleiter:innen bei der Stadt schriftlich angehst. Wir haben gelesen, was du auf deinen Homepages über Andersdenkende schreibst.

Uns ist klar, wir sind ein Parlament. Hier gehören unterschiedliche Meinungen hin. Sachliche Auseinandersetzung – selbstverständlich. Harte Debatten – unbedingt. Aber: Hart in der Sache, soft zu Personen. Das ist keine Floskel, das ist eine Haltung.

Du bist in deiner schriftlichen Kommunikation so weit davon entfernt, dass wir das nicht unterstützen können. Und nicht unterstützen wollen.

Wunsch

Wir wünschen uns mehr von dir, Christoph. Nicht mehr E-Mails, nicht mehr Text – mehr Anstand. Mehr sachliche Auseinandersetzung. Mehr Respekt gegenüber Andersdenkenden.

Wir sind überzeugt, dass alle hier im Saal das Beste für unsere Stadt wollen. Von links bis rechts, im Zentrum übrigens auch – und natürlich auch du. Alle mit unterschiedlichen Vorstellungen – aber mit dem Ziel von einem besseren Aarau – was auch immer das heissen mag.

Darum: Rede, und schreibe so, damit wir Dich sehen – und auch wählen können.

Bis sich das ändert: Eine Zeile bleibt leer.