Indirekte Finanzierung von Kampagnen gegen städtische Klimaziele
Anfrage zur Mitgliedschaft der Eniwa beim Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) und dessen Kampagnen.
Unterzeichner
Fragen an den Stadtrat
Hintergrund
Im Oktober 2020 erschien in der Republik eine Recherche unter dem Titel «Das Greenwashing der Schweizer Gasbranche». Darin wird ausführlich beschrieben, wie der Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) aufwändige Kampagnen führt, um die ökologisch und ökonomisch notwendige Transformation der Gas- bzw. Wärmeversorger auf erneuerbare Energien zu verzögern. Inzwischen haben entsprechend beispielsweise die Industriellen Werke Basel (iwb) ihren Austritt aus dem VSG per Ende 2021 angekündigt (und sparen so auch gleich noch rund CHF 600'000 jährlich).
Die vom VSG angestrebte Verzögerung der Dekarbonisierung widerspricht den Klimazielen der Stadt Aarau und der Schweiz. Es drohen zudem nicht amortisierbare Investitionen, wenn Gas- bzw. Wärmeversorger trotz sinkender Nachfrage weiterhin auf Gasheizungen in den Haushalten setzen.
Hinzu kommt, dass die verfügbaren erneuerbaren gasförmigen Brennstoffe in Zukunft primär für Prozesswärme in der Industrie und allenfalls für Transporte über sehr lange Distanzen (z.B. Internationale Schifffahrt) eingesetzt werden sollten, wo aufgrund der notwendigen hohen Hitze oder der notwendigen Energiedichte ein Ersatz durch andere Energiequellen schwierig ist.
So legt die Stadt Aarau richtigerweise im städtischen Energieplan entsprechend den kantonalen Vorgaben eine Priorisierung der Nutzung von Abwärme und Umgebungswärme sowie regional verfügbaren erneuerbaren Energieträger fest.