Jahresrechnung 2021: Wer hat, dem wird gegeben
Die Stadt Aarau hat ein Vermögen von 112 Millionen – und das arbeitet für uns. 9.5 Millionen Ertrag, 8.3 Millionen mehr als budgetiert.
Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe.
Matthäus 25,29
Werte Anwesende
Naja, für wen ein Evangelium oder die Jahresrechnung 2021 wichtiger ist, lasse ich gerne offen. Dafür bin ich froh, dass es nur eine Version gibt, und nicht eine Jahresrechnung 2021 nach Hanspeter, eine Jahresrechnung 2021 nach Silvia usw.
Aber tatsächlich gilt für die Stadt Aarau: Wer hat, dem wird gegeben. Konkret heisst das:
Das Vermögen arbeitet für uns
Die Stadt Aarau hat im Anlagefonds ein Vermögen von knapp 112 Millionen CHF. Andere Gemeinden haben Schulden. Das Vermögen hat uns Erträge von 9.5 Millionen CHF gebracht, 8.3 Millionen mehr als budgetiert. Andere Gemeinden zahlen Schuldzinsen. 9.5 Millionen Franken entsprechen immerhin deutlich mehr als 10 Steuerprozenten.
Die Eniwa gehört zu gut 95 Prozent der Stadt. Und dass die Eniwa für die Stadt wertvoll ist, zeigt sich daran, dass allein die Dividendenausschüttung zugunsten der Stadt 1.7 Millionen CHF besser ausgefallen ist als budgetiert. Wenig Gemeinden besitzen ein Energieversorgungsunternehmen mit einer Bilanzsumme von gut mehr als 600 Millionen CHF.
Zusammengefasst
2021 ist in erster Linie ein sehr gutes Finanzjahr gewesen. Allein aus den zwei Positionen Anlagenfonds und Dividenden Eniwa resultieren gegenüber dem Budget Mehreinnahmen von 10 Millionen CHF – Es ist cool, wenn man Geld hat, das für einen arbeitet. Noch cooler ist es, wenn man sehr viel Geld hat, das noch mehr arbeiten kann.
In dem Fall kann man – zumindest theoretisch – auch darüber hinweglugen, dass das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit negativ ist, negativ um knapp 7 Millionen CHF. Schon noch gut, fällt das aufgrund vom Finanzertrag entweder gar nicht auf oder zumindest nicht so ins Gewicht.
Verschiedene Interpretationen
Wir haben nur eine Jahresrechnung. Wie wir heute hören und hören werden: es gibt verschiedene Interpretationen. Heisst die Jahresrechnung jetzt: So ist perfekt, nichts muss geändert werden? Abe mit den Steuern? Ufe mit den Leistungen für die Aarauerinnen und Aarauer? Investitionen in klimaschonende Infrastruktur? Eine Kombination von alle dem?
Die Interpretation von Mitte und GLP ist die folgende: Wir freuen uns über das positive Ergebnis. Wir danken den Stadtangestellten für das Geleistete und ihren Beitrag zu dem Ergebnis.
Und zu den vorher genannten Fragen äussern wir uns im Rahmen des Budgets, nicht von der Rechnung. Beispielsweise sind wir der Ansicht, dass jetzt zuerst mal insbesondere ein kantonales Abstimmungsergebnis abgewartet werden muss.
Auch über Indikatoren und WOSA werden wir uns an anderer Stelle äussern. Und für einen Kommentar zum Baubewilligungswesen verweisen wir auf unseren Zentrumskolleg Fabio Mazzara. Seinen Aussagen stimmen wir vollumfänglich zu.
Die Grünliberalen und die Mitte heissen den Jahresbericht gut und genehmigen die Rechnung.