Unterzeichner

Petra Ohnsorg (Grüne) Daniel Ballmer (Grüne) Martina Niggli (Grüne) Susanne Klaus Günthart (Grüne) Thomas Waldmeier (Grüne) Alexander Umbricht (GLP) Peter Jann (GLP) Beatrice Klaus (SP) Nicola Müller (SP) Fraktion EVP/EW Fraktion Pro Aarau

Die unterzeichnenden Parteien fordern den Stadtrat auf

1 Der Stadtrat wird beauftragt, die Zukunft des Gasnetzes im Stadtgebiet strassenscharf zu planen.
2 Dabei ist aufzuzeigen, welche Gasleitungen in welchem Jahr stillgelegt werden und welche Gasleitungen allfällig auch nach 2040 bestehen bleiben.
3 Der Klimaschutz ist zu berücksichtigen.
4 Die Ergebnisse sind in einem öffentlichen Bericht zu präsentieren.

Hintergrund

Die Klimaziele der Stadt Aarau können mit einem auf fossilen Erdgas basierenden Netz nicht erreicht werden. Gleichzeitig werden Biogase und treibhausgasfreie, synthetisch hergestellte Gase voraussichtlich bis zur Mitte des Jahrhunderts vollständig für Prozesswärme, Langdistanztransporte und das Fliegen genutzt. Für das Heizen von Gebäuden werden die erneuerbaren Gase schlicht zu wertvoll sein.

Das Gasnetz kann und soll nicht von heute auf morgen abgestellt werden, die Planung dazu sollte aber umgehend begonnen werden. Zu berücksichtigen sind die Investitionszyklen von Heizungen, damit Fehlinvestitionen oder Entschädigungszahlungen für die Gasnetzbetreiberin soweit möglich vermieden werden können. Mit einer guten und rechtzeitig in Angriff genommenen Planung können auch sogenannte Stranded Assets vermieden werden.

Nach erfolgter Planung muss frühzeitig kommuniziert werden, welche Gebiete zukünftig nicht mehr mit dem Gasnetz versorgt werden. Allfällige Stilllegungen von Gasleitungen sind den betroffenen Gasbezüger:innen gemäss Konzessionsvertrag mit einem Vorlauf von mindestens 10 Jahren anzukünden; besser wären 15 Jahre entsprechend der Lebensdauer von Heizungen.

Mit dem Postulat wird sichergestellt, dass sowohl die Liegenschaftseigentümer:innen wie auch die Versorgerin eniwa frühzeitig Planungssicherheit haben und somit Fehlinvestitionen verhindert werden können. Zudem werden frühzeitig die richtigen Signale gesendet, so dass die Umstellung auf erneuerbare Heizungen mit geringen volkswirtschaftlichen und individuellen Kosten gelingt.